Leidensdruck

Kann ein Mensch sich wirklich ändern, wenn er will? Ja!

„Drei“ Dinge bewirken, dass Menschen sich ändern wollen. Eines davon ist der Leidensdruck. Sie wollten immer mit dem Kopf durch die Wand, bis sie endlich nicht mehr können. Sie haben solange ihr Kapital auf die Spielbank getragen, ohne einen Pfennig zu gewinnen, dass sie endlich bereit sind, entweder mit dem Spielen aufzuhören oder andere Banken auszuprobieren. Ihre Migräne nimmt kein Ende. Ihre Magengeschwüre bluten. Sie sind Alkoholiker. Sie sind am Boden zerstört. Sie flehen um Hilfe. Sie wollen sich ändern.

Ein anderer Grund, warum Menschen sich ändern wollen, ist eine langsam niederziehende Verzweiflung, genannt Langeweile. Darunter leidet ein Mensch, der durchs Leben geht und sich fragt:

„Was soll es?“ bis er schließlich die endgültige große Frage stellt: „Welchen Sinn hat das alles?“ Er ist bereit, sich zu ändern.

Und drittens wollen Menschen sich ändern, weil sie plötzlich entdecken, dass das möglich ist. Diese Wirkung kann man bei vielen Menschen beobachten, die kein besonderes Interesse daran zeigten, sich zu ändern. Sie erfuhren von Möglichkeiten, dass es geht, entweder durch Vorträge, oder sie hörten über andere etwas davon. Voller Begeisterung stürzten sie sich auf diese neuen Möglichkeiten, wollten Genaueres darüber erfahren, waren auf einmal erfüllt von dem Verlangen, sich zu ändern. Es gibt auch Menschen, die zwar an Behinderungssymptomen leiden, sich aber nicht wirklich ändern wollen. Sie sagen dann: „Ich verspreche, dass ich mir helfen lasse, wenn ich mich nicht ändern muss.“ Diese negative Einstellung ändert sich jedoch, wenn dieser Mensch einzusehen beginnt, dass es wirklich andere Möglichkeiten zu leben gibt. Der Wunsch, neue Lebensformen zu erlernen, war schon immer vorhanden, doch er lag verschüttet unter der Last des „Ich kann nicht.“

Es liegt also an uns selbst, welchen Weg wir wählen. Wir können den steinigen, dornenreichen Pfad des Schicksals wählen, indem wir abwarten, was geschieht, also andere über uns bestimmen lassen. Wir können aber auch den sanften Weg der eigenen Verantwortung gehen. Sie können mir Glauben schenken, wenn ich Ihnen sage, dass der Weg der eigenen Verantwortung viel leichter zu überwinden ist als der dornenreiche Pfad.

Wenn Sie den Weg der eigenen Verantwortung einschlagen, müssen Sie aber einige Ihrer liebgewordenen Bösewichte aufgeben: Eltern, Lehrer, Nachbarn, unfähige Ärzte, Leute, die Sie fertigmachen oder einengen. Was die Leute Ihnen angetan haben ist unwichtig. Für Sie sind diese Leute nichts anderes als äußere Realität. Für Sie ist wichtig, was Sie sich selbst antun. Ein gebrochenes Bein und ein psychisches Problem sind sich in jeder Hinsicht gar nicht so unähnlich. Es ist zweitrangig, wie es dazu kam. Die Ursache liegt in der Vergangenheit.
Der Gegenwart ist es gegeben, erfolgreich zu werden. Sie müssen den vielen Versuchungen mutig ins Auge sehen, deren Zweck darin liegt, Sie von Ihrer Verantwortung für sich selbst Loszusprechen.

Man sagt leicht: Ich kann nicht, wenn man meint: Ich will nicht!

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